Der Besuch im Chitwan National Park und die Suche nach den Göttern.
Fluss im Jungel
Boote im Chitwan Nationalpark

Nach dem Besuch im Kinderheim entschlossen wir uns, noch weiter die Vielfalt Nepals zu entdecken. Mit einem Überlandbus und Fensterplätzen (Klimaanlage á la Nepal) ging es einen ganzen Tag in den südlich gelegenen Chitwan Nationalpark. Beim Aussteigen am dortigen Busbahnhof tummelten sich Taxifahrer und Anbieter von Hotels um die Ankömmlinge. Wir bewegten uns von der Masse weg, um zu überlegen, wie nun der Plan aussieht, so standen wir plötzlich selbst inmitten von Männern mit Flyern und Geldscheinen, dessen Geräuschkulisse sich nicht mehr entwirren ließ… Der Stresspegel stieg, Ruhe bewahren… und schwups sprangen wir auf einen Jeep, auf dem 2 bekannte Gesichter saßen – mit der Info, diese Jeep fährt uns ins Zentrum.

Leider war das nicht der Fall. Wir wurden zu einem Hotel gebracht. Da wir nicht in dieses Hotel wollten und uns die Lodge auch nach Ansehen der Zimmer eher abschreckte, liefen wir mit Sack und Pack los in Richtung des Resorts, das wir uns vorab schon herausgesucht hatten. Nach vielen Stimmen von rechts und links „You need a room?“, „Taxi, Taxi?“ oder „Free Hotel!“ kamen wir am River View Jungle Camp in Sauraha an.

Badender Elefant
Elefant wird gewaschen

Wir bekamen dort ein gemütliches Zimmer mit Klimaanlage und fließendem, warmem Wasser, mit einer Terasse und dem wunderschönen Blick auf den Fluss und die angrenzende Elefanten-Badestation. Mit einer uralten Kutsche und 2 vorgespannten Ochsen ging es dann im Schritttempo zu einem alten Dorf, dessen Bewohner die Tharu sind. Dieser Volksstamm hat damals die Malaria überlebt und ist nun immun dagegen. Die Bauarten ihrer Häuser unterscheidet sich sichtlich von der der restlichen Bevölkerung, mit Lehmhütten und Dächern aus Elefantengras.

Abends suchten wir ein Restaurant auf, das nur 300 m von unserer Unterkunft entfernt war, das KC’s. Der Service und das Ambiente sowie das Essen waren ein Volltreffer. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Jungel-Safari im Jeep durch den Chitwan Nationalpark
Jeep-Safari durch den Nationalpark

Vom Frühstück aus am nächsten Morgen konnten wir die eintreffenden Elefanten an der Badestation beobachten. Im Anschluss ging es mit dem Jeep durch den Chitwan Nationalpark. Unzählige wilde Tiere, wie Nashöhner, Nilpferde, Affen, seltene Vögel und Krokodile bekamen wir in einer fantastischen Flora zu sehen. Lianen, Pflanzen, Blumen, Termitenhügel, Bäche, einfach bezaubernd diese Landschaft. Glücklicherweise kann man sich dort mittlerweile wieder mehr oder weniger frei bewegen, das Terai-Gebiet zählte lange zu den Malariagebieten.

Dann ging es am Folgetag zurück in die Stadt und so beschlossen wir, die letzten gemeinsamen Tage in Kathmandu und der Umgeung zu verbringen. In der Hauptstadt Nepals suchten wir uns ein schönes, ökologisches Hotel. Die Wahl traf das Kantipur Temple House.

Brunnen am Tempel-Hotel
Hof im Kantipur Temple Haus

Ehemals ein alter Tempel, umgebaut zum nachhaltig betriebenen Hotel. Es wird auf Kunststoff verzichtet und die Zimmer sind ohne Klimaanlage ausgestattet. Die Temperatur in den Räumen war stets angenehm, durch die Bauweise des Backsteinhauses mit großen Innenhof.
Das Hotel bot täglich morgens einen Yogakurs an, an dem Elena teilnahm. Energiegeladen ging es dann gemeinsam zum Frühstück. Dort gab es nett angerichtete Bio-Früchte, Müslis, Säfte und Spiegeleier. Der Inhaber und Gründer des Hotels machte morgens seine Runde, suchte den Kontakt zu den Gästen und erkundigte sich nach deren Befinden.

 

Bettelndes Kind in Nepal
Mädchen in Bhaktapur

Unser nächstes Ausflugsziel sollte die kleine aber sehenswerte Stadt Bhaktapur mit seinem Tempelareal sein. Die Altstadt zeichnet sich durch ihre Gassen aus. Jede Gasse hat ihren eigenen Flair und barg etwas anderes zum Bestaunen. In Erinnerung ist mir ein bettelndes Mädchen geblieben, welches zunächst nur neben uns lief. Dann schaute sie uns mit ihren großen braunen Augen an und hielt mir die geöffnete Hand hin. In der Hosentasche hatte ich immer eine kleine Packung Haribo Gummibärchen – ich gab sie ihr. Sie nahm das Tütchen und lächelte. Es war immer wieder wundervoll zu sehen, wie sich Menschen selbst über kleine Dinge freuen können.

Die Treppen zum Affentempel
Aufstieg zum Swayambhunath

Wir besuchten auch noch den sogenannten „Affentempel“ Swayambhunath in Kathmandu. Weit über den Dächern der Stadt, ein wundervoller Ausblick und eine beeindruckende weiße Stupa. Überall liefen kleine Affen herum und versuchten etwas Fressbares zu finden. Eine interessante Stimmung durch den aufsteigenden Rauch von Verbranntem, den wehenden Gebetsfahnen und der Geräschkulisse durch das Drehen der Gebetsmühlen tat sich auf.
Nach dem Abstieg aßen wir für umgerechnet ca. 3€ noch in einer recht wenig einladenden Küche die landestypischen Momos (inkl. 2 Getränken).

Zum Ende der gemeinsamen Zeit in Nepal suchten wir uns noch ein schönes Hotel am Rad der Stadt mit einem wundervollen Pool auf dem Dach. Die Wahl fiel auf das Hotel Shambala mit seinem beeindruckenden Infintiypool. Mit Cocktails am Pool ließen wir es uns in der Sonne gut gehen und schossen nebenbei noch das ein oder andere Foto im Pool.

Pool auf dem Dach eines Hotels
Infinitypool des Hotel Shambala

Am letzten Tag trafen wir uns noch mit Raj, der für die Organisation des Jugendhostels des FNH (Freundeskreis Nepalhilfe e.V.) zuständig war. Er brachte uns zum Kinderheim nach Patan – auch Lalitpur genannt – wo die jugendlichen Waisen untergebracht waren. Dort sahen wir uns vor Ort die Umstände an und ließen uns von einem Mitarbeiter alles zeigen.

Da wir nun beide Kinderheime der Freundeskreis Nepalhilfe e.V. angesehen haben, hat man künftig eine Organisation, zu der man ohne schlechtes Gewissen spenden kann, weil wir gesehen haben, dass das Geld ankommt und wofür das Geld benötigt wird. Sollte hier auch jemand auf dieses Pferd aufsprichen möchten, verlinken wir hier mal die Spendeninfos.

Verkauf auf der Straße in Nepal
Menschen auf der Straße

Unsere letzte Bleibe fanden wir auch in Patan, im Yamba Traditional Home. Uns empfing ein recht altes Paar, das kein Englisch sprach. Sie zeigten uns unser Zimmer, woraufhin auch der Sohn eintraf und uns sofort alles erklärte und wir uns dann mit ihm unterhielten. Das alles fand in der Küche seiner Mutter, die uns Spiegelei und Kekse servierte, statt. Das Haus hat der Gastgeber von Grund auf neu restauriert und alte Teile des ursprünglichen Hauses seines Opas mit in die neue Tempel-Architektur einfließen lassen. Ein Platz, der zum Wohlfühlen einlud.

Auch in Patan besuchten wir den Durbar Square und die vielen kleinen Sträßchen mit interessanten Gesichtern und spannenden Bildern. Die Stadt ist gezeichnet von Erdbeben und wurde bis heute noch nicht vollständig wieder aufgebaut.

Frau vor Hauseingang
Frau mit Hund

Fotos von der gesamten Reise können übrigens auf meiner Fotolia-Seite käuflich erworben werden.

Bald stehen auch Acrylglasdrucke verschiedener Portraits und weiterer Reisefotos auf meiner Website zur Verfügung, immer mal wieder reinschauen, es könnte sich lohnen.

Viele Grüße!
Elena & Hannes

<<< Hier gehts zum 1. Teil des Artikels über Nepal: Kathmandu & Ghorka

<<< Hier gehts zum 2. (vorherigen) Teil des Artikels über Nepal: Bokhara & Bhakunde

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